Am 04. und 05. Juli fand in der Stützpunktfeuerwehr Dorfen der Berufsfeuerwehrtag für alle Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Dorfen statt. Im Verlauf dieser 24-Stunden wurden die Jugendlichen immer wieder zu unterschiedlichen Einsatzlagen alarmiert, die jeweils eigene Anforderungen an Teamarbeit, Fachwissen und schnellem Handeln stellen. Unterstützung erhielten die jungen Einsatzkräfte zum Teil durch die Jugendfeuerwehr Schwindkirchen. Im Folgenden werden die einzelnen Szenarien näher beschrieben, die während der Übung abgearbeitet wurden:
Einsatz 1: Auslaufende Betriebsstoffe aus PKW:
Es wurden auslaufende Betriebsstoffe aus einem abgeschlossenen PKW simuliert. Unsere Jugendlichen streuten die ausgelaufene Flüssigkeit mit Ölbindemittel ab und verhinderten eine weitere Ausbreitung,
Einsatz 2: Mülleimerbrand
Die zweite Übung führte die Jugendlichen in Richtung des Flutkanals. Hier wurde ein Brand eines Mülleimers simuliert. Die Jugendfeuerwehr leitete umgehend die Brandbekämpfung ein und konnte das Feuer durch den gezielten Einsatz eines Strahlrohres schnell unter Kontrolle bringen und löschen.
Einsatz 3: ÖL- auf Gewässer
In einem weiteren Übungsszenario wurde angenommen, dass Oberhalb der Stadt Dorfen Öl in die Isen gelangt war. Die jungen Feuerwehrkräfte errichteten mithilfe eines Schlauchbootes eine Ölsperre auf dem Fluss, um die Ausbreitung der Verunreinigung einzudämmen. Hierfür kam die in einer Hütte vor Ort stationierte Ölsperre der Transalpine Pipeline (TAL) zum Einsatz.
Einsatz 4: Zimmerbrand
Im vierten Einsatz wurde eine Verrauchung im Mitarbeiterwohnheim in Algasing angenommen. Insgesamt wurden vier Personen im Gebäude vermisst. Die Jugendfeuerwehr leitete umgehend die Rettungsmaßnahmen ein und rettete eine Person über eine Steckleiter. Die weitere Person welche sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte bemerkbar machte wurde über die Drehleiter gerettet. Parallel hierzu ging ein Trupp mit Atemschutzausrüstung zur Menschenrettung in den Innenangriff vor. Dabei kam unter anderem ein Rauchschutzvorhang zum Einsatz, um die Rauchausbreitung zu begrenzen. Die Jugendlichen konnten die beiden weiteren vermissten Übungspuppen auffinden und aus dem Gebäude retten. Durch die Übung konnten die Jugendlichen die Vorgehensweise bei der Menschenrettung kennenlernen und wichtige Erfahrungen im Bereich der Brandbekämpfung sammeln.
Einsatz 5: Person unter Last eingeklemmt
Eine Person wurde unter einem PKW eingeklemmt und benötigte Hilfe durch die Feuerwehr. Die jungen Einsatzkräfte sicherte zunächst das Fahrzeug gegen ein unbeabsichtigtes Verrutschen, indem dieses mit Holz unterbaut und stabilisiert wurde. Anschließend wurde die Person mithilfe von Hebekissen befreit.
Einsatz 6: Flächenbrand
Im Rahmen einer weiteren Übung wurde die Jugendfeuerwehr mit der angenommenen Lage eines Flächenbrandes im freien Gelände konfrontiert. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung übten die Jugendlichen zunächst das Ansaugen aus einem fließenden Gewässer und stellten damit die Grundlage für die anschließende Brandbekämpfung her. Der vermeintliche Flächenbrand wurde anschließend mit mehreren Strahlrohren, sowie einem mobilen Wasserwerfer bekämpft.
Einsatz 7: Person in PKW eingeschlossen
Bei diesem Einsatz wurde ein Verkehrsunfall simuliert, bei dem ein PKW gegen eine Mauer gefahren war. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt im Fahrzeug eingeschlossen vorgefunden. Die Jugendfeuerwehr sicherte zunächst die Einsatzstelle ab und bereitete die technische Rettung vor. Mithilfe von hydraulischem Rettungsgerät, bestehend aus Schere und Spreizer, wurde das Fahrzeug geöffnet und das Dach entfernt. Dadurch konnte die Person anschließend möglichst schonend und Rückengerecht aus dem Fahrzeug gerettet werden.
Einsatz 8: Drehleiterrettung
Angenommen wurde, dass eine Person bei Arbeiten im Obergeschoss der Grundschule Nord in Dorfen von einer Leiter gespritzt war und sich so verletzt hatte, dass ein eigenständiges Verlassen des Gebäudes nicht mehr möglich war.
Nach Erkundung der Lage bereiteten die Jugendlichen die Rettung des Patienten vor. Anschließend wurde die Person mittels einer Schleifkorbtrage schonend aus dem Obergeschoss, mittels der Drehleiter, gerettet. Im Vordergrund stand hierbei eine koordinierte Zusammenarbeit und eine patientengerechte Rettung im Vordergrund.
Einsatz 9: Person im Wasser
Hier wurde eine leblose Person im Wasser am „alten Bad“ in Dorfen gemeldet. Zwei Jugendliche in einem speziellen Wasserrettungsanzug zogen die Person an Land. Anschließend wurde, in diesem Fall an einer besonderen Übungspuppe, die Reanimation geübt. Anschließend wurde der gerettete Statist über die Drehleiter an einen zugänglichen Ort transportiert.
Einsatz 10: PKW gegen Radfahrer
Im nächsten Übungsszenario wurde ein Unfall simuliert, bei dem ein Radfahrer beim Abbiegen durch ein Fahrzeug erfasst wurde. Die Jugendlichen übernahmen die Erstversorgung des Verletzten und führte die Stabilisierung des Patienten durch. Der Schwerpunkt für die Nachwuchskräfte lag hierbei auf der Erstversorgung.
Einsatz 11: Ausgelöste Brandmeldeanlage
Der nächste Alarm führte die Einsatzkräfte zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in einer Grundschule. Die Feuerwehrler rückte zur Erkundung in das Gebäude vor und ging mit Atemschutzausrüstung in den betroffenen Bereich vor. Bei der Erkundung stellten die Jugendlichen eine Verrauchung im Bereich der Küche fest. Als Ursache wurde ein unbeaufsichtigter Topf auf dem Herd festgestellt. Der Topf wurde abgedeckt, aus dem Gebäude entfernt und anschließend der betroffene Gebäudetrakt durch gezielte Lüftungsmaßnahmen rauchfrei gemacht.
Einsatz 12: Verkehrsunfall – Person eingeklemmt
Bei dieser realitätsnahen Übung wurden die jungen Einsatzkräfte zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen alarmiert. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle kam ihnen eine verletzte Person entgegen, die den Jugendlichen den Unfallhergang schilderte. Nach einer ersten Erkundung und der Sicherung der Unfallstelle stellte sich heraus, dass sich in einem Fahrzeug eine eingeschlossene Person und im Zeiten Fahrzeug ein eingeklemmter Verletzter befindet. Nach der Erstversorgung der verletzten Person konzentrierten sich die Jugendlichen auf zunächst auf die Befreiung der eingeschlossenen Person. Mithilfe des hydraulischen Spreizers wurde die Fahrzeugtüre geöffnet, sodass die Person anschließend schonend aus dem Fahrzeug gerettet werden konnte. Im weiteren Verlauf richtet sich der Fokus auf die eingeklemmte Person. Um ausreichend Arbeitsraum zu schaffen, wurden die beiden Unfallfahrzeuge mithilfe der Seilwinde des Rüstwagens voneinander getrennt. Anschließend setzten die Jugendlichen Schere und spreizen ein, um das Fahrzeugdach abzunehmen und einen patientengerechten Zugang zur Person zu schaffen. Nach der erfolgreichen technischen Rettung wurde die eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug befreit und den fiktiven Rettungsdienst übergeben.
Einsatz 13: Personensuche
Die vorletzte Einsatzübung simulierte einen Zusammenstoß zwischen einem Fahrradfahrer und einem Fußgänger. Dabei wurde eine Person in den Speichen des Fahrrades eingeklemmt und musste befreit werden. Im weiteren Verlauf wurde angenommen, dass der zweite Beteiligte im angrenzenden Wald vermutet wurde. Eine zusätzlicher Statist, welcher nach der zweiten Person suchte wurde anschließend ebenso vermisst. Die Jugendlichen durchsuchten das umliegende Gelände systematisch nach den vermissten Personen und befreite gleichzeitig die im Fahrrad eingeklemmte Person. Die Personen wurden durch die Jugendfeuerwehr versorgt und durch die Schleifkorbtrage aus dem Waldstück gerettet wurde.
Einsatz 14: Wohnungsöffnung
Um kurz nach Mitternacht wurden die Einsatzkräfte zu einer Wohnungsöffnung in der Mittelschule alarmiert. Als Ausgangslage galt ein vermisster Hausmeister, der sich vermutlich im Gebäude befand. Die Jugendfeuerwehr verschaffte sich mithilfe der Drehleiter einen Zugang zum Gebäude und begann anschließend mit der systematischen Suche in den Räumlichkeiten. Der vermisste Hausmeister konnte in einem Schacht aufgefunden werden. Die Nachwuchskräfte führten, aufgrund des medizinischen Notfalls, die Wiederbelebung durch und bereitete den Transport der Personen vor. Anschließend wurde der Patient mithilfe einer Schleifkorbtrage sicher in Freie gebracht.
Der Übungstag zeigte eindrucksvoll, mit welchem Engagement, Teamgeist und welcher Motivation die Jugendlichen auftreten. Durch die abwechslungsreichen Einsatzszenarien konnten sie ihr Wissen erweitern, praktische Erfahrungen sammeln und verschiedene Bereiche der Feuerwehrarbeit kennenlernen. Ein besonderer Dank gilt der 3D Holzbau GmbH, dem ESC Dorfen, dem städtischen Bauhof, der Stadt Dorfen und allen Helferinnen und Helfern, die zur Vorbereitung und Durchführung dieses erfolgreichen Übungstages beigetragen haben.

























